Seit dem EU-Einwegplastikverbot 2021 und dem VerpackG sind nachhaltige To-Go-Verpackungen für Gastronomen kein Trend mehr — sondern Pflicht. Doch die Vielfalt an Materialien, Zertifikaten und rechtlichen Vorgaben ist verwirrf (Greenwashing, Kompostierung, Entsorgung).
TL;DR: Nachhaltige To-Go-Verpackungen gibt es aus Bagasse (Zuckerrohr), PLA (Maisstärke), Papier mit wasserbasierter Beschichtung und Palmblatt. Kosten: 10–30 % mehr als konventionelle Optionen. EU-Einwegplastikverbot verbietet seit 2021 bestimmte Einwegplastikprodukte. VerpackG-Registrierung ist Pflicht.
Warum nachhaltige To-Go-Verpackungen?
Drei Gründe sprechen für den Wechsel:
1. Rechtliche Vorgaben: EU-Einwegplastikverbot (Richtlinie 2019/904), VerpackG-Registrierung, GewerbeabfallVO 2024. Verstöße können mit Bußgeldern bis 100.000 € geahndet werden.
2. Kunden wollen Nachhaltigkeit: 73 % der Deutschen bevorzugen nachhaltige Verpackungen beim Essen gehen (Bitkom, 2024). Wer noch konventionell verliert nicht nur Kunden — sondern Image.
3. Zukunftssicherheit: Die Europäische Verpackungsverordnung (PPWR) verlangt bis 2030, dass 65 % aller Verpackungen recyclingfähig sein müssen. Wer jetzt umstellt, hat einen Vorsprung.
Rechtliche Vorgaben für Gastronomen im Überblick
| Rechtsbereich | Was Sie wissen müssen | Betrifft Sie? |
|---|---|---|
| EU-Einwegplastikverbot (2019/904, seit 2021) | Verboten: Einwegplastikgeschirr, -besteck, -strohhalme, -teller, Styropor-Behälter | ✅ Ja, direkt |
| VerpackG (seit 2019, aktualisiert 2024) | Registrierung beim ZSVR (Zentrales Stammregister), Lizenzierungspflicht | ✅ Ja, Pflicht bei jeder Online-Verkauf |
| GewerbeabfallVO 2024 | Bioabfall > 100 kg/Woche muss separat gesammelt werden | ✅ Ja, ab gewissen Umfang |
| Gewerbliche Verpackungen | Pflicht zur Rücknahme und Wiederverwertung | ⚠️ Abhängig vom Volumen |
Fazit: Nachhaltige Verpackungen sind für Gastronomen kein „Nice to Have" — sondern eine rechtliche Pflicht, die zudem Kunden und Image stärkt.

Nachhaltige Materialien im Vergleich
| Material | Hitzebeständig | Fettresistenz | Kompostierbar | Recycling | Preis | CO2 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bagasse (Zuckerrohr) | ✅ Bis 100 °C | ✅ Gut | ✅ + OK Compost HOME möglich | ❌ Nein | €€ | 🟢 Niedrig |
| PLA (Maisstärke) | ⚠️ Bis 50 °C | ✅ Gut | ✅ Nur industriell | ❌ Nein | €€ | 🟢 Mittel |
| Papier (wasserbasiert) | ✅ Gut | ⚠️ Begrenzt | ❌ Kompostgeschützt | ✅ Papiermüll | € | 🟢 Niedrig |
| Palmblatt | ✅ Gut | ✅ Gut | ✅ Kompostierbar | ❌ Nein | €€€ | 🟡 Mittel |
| Karton + PE (konventionell) | ✅ Gut | ✅ Sehr gut | ❌ Nicht kompostierbar | ⚠️ Eingeschränkt | € | 🔴 Hoch |
Bagasse — der Nachhaltigkeits-Sieger
Was ist Bagasse? Bagasse ist das faserige Abfallprodukt der Zuckerrohr-Verarbeitung. Es wird nicht speziell angebaut — es entsteht als Nebenprodukt der Zuckerproduktion und landet sonst auf dem Müll oder wird verbrannt.
Vorteile:
- Produktion aus Abfallprodukt — kein Landwettbewerb mit Nahrungsmitteln
- Hitzebeständig bis 100 °C — ideal für heiße Speisen
- Fett- und feuchtigkeitsresistent
- Für Industriekompostierung geeignet (EN 13432)
- In der EU auch OK-Compost-HOME zertifizierbar
- Bis zu 60 % niedrigerer CO2-Fußabdruck als fossilbasierte Alternativen
Nachteile: +10–20 % Kosten gegenüber Karton, im Gelben Sack (falsche Entsorgung) nicht recyclierbar
PLA — die Bioplastik-Alternative
PLA (Polymilchsäure) wird aus fermentierter Mais- oder Zuckerrübenstärke hergestellt. Sieht aus wie Plastik, ist aber aus erneuerbaren Rohstoffen.
Vorteile: Transparent, gut für Becher und Salad-Schalen, industriell kompostierbar
Nachteile: Hitzeempfindlich (verformt sich ab 50 °C), nur industriell kompostierbar, Verwechslungsgefahr mit Plastik, schlecht im Heimkompost

Kostenvergleich: Nachhaltig vs. Konventionell
| Material | Preis pro 100 Stk. | Im Vergleich zu Karton |
|---|---|---|
| Karton + PE (konventionell) | ca. 25 € | Baseline |
| Bagasse | ca. 33 € | +32 % |
| PLA | ca. 30 € | +20 % |
| Papier (wasserbasiert) | ca. 28 € | +12 % |
| Palmblatt | ca. 45 € | +80 % |
Bulk-Effekt: Bei Stückzahlen ab 5.000 Stk./Monat sinkt die Differenz auf 15–20 % — besonders attraktiv durch Mengenrabatte.
Rechenbeispiel: 500 To-Go-Boxen/Monat
| Material | Kosten/Monat | Mehrkosten/Jahr |
|---|---|---|
| Karton + PE (konventionell) | 125 € | — |
| Bagasse (empfohlen) | 165 € | +480 €/Jahr |
| PLA | 150 € | +300 €/Jahr |
Die Mehrkosten von 480 €/Jahr sind oft weniger als das, was ein einzelnes Image-Event oder eine Greenwashing-Affäre kostet.
Welche Verpackung für welches Essen?
| Speise | Empfohlenes Material | Produkte bei packn.de |
|---|---|---|
| Pizza | Bagasse (hitzebeständig, fettresistent) | Pizzakartons Suite Suite |
| Burger / Sandwich | Papier mit Fenster oder Bagasse | Burger-Boxen |
| Salat | PLA oder Bagasse (Deckel für Sicht) | Salatbehälter |
| Döner / Kebap | Bagasse mit Trennwand | Döner-Boxen |
| Sushi | PLA (transparent, elegant) | Sushi-Boxen |
| Heißgetränke | Papierbecher mit PLA-Beschichtung | Kaffeebecher |
| Kalte Getränke | PLA- oder Papierbecher | Trinkbecher |
| Suppe / Eintopf | Bagasse-Schalen mit Deckel | To-Go-Behälter |
Praxis-Tipps für den Umstieg
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Bestandsaufnahme: Welche Verpackungen nutze ich aktuell? Wie viele Stück pro Monat? Welche Speisen sind am häufigsten?
- Priorisieren: Beginnen Sie mit den meistverkauften Produkten — meistens Pizza und Burger
- Testen: Bestellen Sie Mustertests, testen Sie im Betrieb (Hitzebeständigkeit, Fettresistenz, Handhabung)
- Kommunizieren: Informieren Sie Kunden über den Wechsel. Ein kurzer Hinweis auf der Verpackung („Diese Box ist kompostierbar — einfach in den Biomüll") stärkt das Image.
- Entsorgung klären: Haben Sie Zugang zu einer Biomüll-Tonne? Wenn ja — Bagasse ist ideal. Wenn nicht — recyclingfähiges Papier mit wasserbasierter Beschichtung.
Welche Verpackung für welchen Gastronomietyp?
| Gastronomie-Typ | Empfohlene Materialien |
|---|---|
| Pizzeria | Bagasse-Boxen (Pizza), Papier-Becher (Getränke) |
| Restaurant mit To-Go | Mix aus Bagasse, PLA und Papier |
| Food Truck / Imbiss | Alles aus Bagasse (Hitzebeständigkeit wichtig) |
| Café / Bäckerei | Papierebecher (Kaffee), PLA (kalte Getränke), Papiertüten |
| Catering | Bagasse-Menüboxen, Palmblatt (Premium) |
Bei packn.de bieten wir alle nachhaltigen To-Go-Produkte aus einem Sortiment — kein Wechsel zwischen Lieferanten, keine Bestell-Monster-Organisation.
Unsere Vorteile:
- Alle Produkte EN 13432-zertifiziert (kompostierbar)
- Kompetitive Großhandelspreise mit Mengenrabatten
- Schnelle Lieferung ab Lager
- Individuelle Beratung für Ihren Betrieb
Entdecken Sie unser komplettes To-Go-Sortiment — oder lesen Sie zuerst unseren Guide zu Kompostierbar vs. Bioabbaubar.
Quellen:
- EU-Richtlinie 2019/904 — Einwegplastikverbot
- ZSVR — Zentrales Verpackungsregister (VerpackG)
- Bitkom Studie 2024 — Nachhaltigkeit im Verbraucherverhalten
- Bundesregierung — Einwegplastikverbote in Deutschland
FAQ: Nachhaltige To-Go-Verpackungen
Welche To-Go-Verpackungen sind seit dem EU-Verbot erlaubt?
Nachhaltige Alternativen aus Bagasse, PLA, Papier, Palmblatt — alle sind erlaubt. Verboten sind Einwegplastikgeschirr, -besteck, -strohhalme und Styropor.
Was kostet nachhaltige To-Go-Verpackung im Vergleich?
10–30 % mehr als konventionelle Karton+PE-Optionen. Bei großen Mengen (> 5.000 Stk./Monat) sinkt die Differenz auf 15–20 %.
Gibt es Verbote für Einwegplastik in der Gastronomie?
Ja. EU-Richtlinie 2019/904 verbietet seit 2021 Einwegplastikgeschirr, Strohhalme, Plastikbesteck und Styropor-Behälter. Nationale Umsetzung variiert.
Wo entsorge ich kompostierbare Verpackungen richtig?
In den Biomüll — nicht in den Gelben Sack! Kompostierbare Verpackungen stören den Plastik-Recyclingprozess und werden im Gelben Sack oft im Restmüll verbrannt.
Muss ich mich beim VerpackG anmelden?
Ja, jeder Betrieb, der Verpackungen in den deutschen Markt einführt, muss sich beim Zentralen Stammregister (ZSVR) anmelden und eine Lizenz erwerben. Kosten: 15–300 €/Jahr je nach Verpackungsvolumen.
Fazit
Nachhaltige To-Go-Verpackungen sind heute für Gastronomen unverzichtbar: rechtlich vorgeschrieben, vom Kunden erwartet und finanziell tragbar. Bagasse ist die vielseitigste Lösung — hitzebeständig, kompostierbar und aus Abfallprodukt gefertigt. Wer jetzt buchstäblich „den Deckel draufmacht" (nachhaltig, verständlich), punktet bei Kunden und Behörden gleichermaßen.
Starten Sie Ihren nachhaltigen Umbau — entdecken Sie unsere komplette To-Go-Produktpalette
